Wirtschaftsblatt

Start-up 

Futurebuilt profitiert vom Pokémon-Hype 
Futurebuilt hat sich auf die Auswertung von Handydaten spezialisiert. Heuer soll das Geschäft lukrativ werden. 
WIEN. Zwei Jahre lang hieß es für Alexander Ramseier und Sonja Ledinsky hartnäckig bleiben: Denn lang konnten sich potenzielle Kunden nicht viel unter dem Angebot ihres Start-ups Futurebuilt vorstellen. Ramseier – früher für den Netzwerkausrüster Cisco tätig – hat sich nämlich neben seiner Beratungstätigkeit für Cisco-Kunden schon früh auf das Auswerten von Netzwerkdaten spezialisiert. Denn nicht nur Konsumartikelhersteller bekommen den Druck der Digitalisierung immer stärker zu spüren (siehe Artikel links), sondern auch der Handel muss nun die nötigen Lektionen lernen. 

Vor allem geht es dabei um die Frage, wie auch stationäre Händler zu den Online-Konkurrenten aufholen und ebenfalls Wissen über ihre Kunden erlangen können.

Angebote auf das Handy 

Am leichtesten, sagt Ramseier, sei das über die Analyse der Handydaten möglich. Ohne großen technischen Aufwand sei es dabei möglich zu erkennen, wie viele Kunden am Geschäft vorbeigehen, hineingehen oder auch, wie sie sich im Geschäft bewegen. „Dann können wir die ideale Position von Verkäufern oder Angeboten herausfinden“, sagt Ramseier. Gleichzeitig lassen sich aber auch Angebote auf das Handy übertragen. 

Noch vor Kurzem seien diese Möglichkeiten schwer zu vermitteln gewesen. Seit dem Erfolg des Smartphone-Spiels Pokémon Go, das nicht nur 3-D-Navigation, sondern auch das Konzept der erweiterten Realität breit bekannt gemacht hat, trifft auch Ramseier immer häufiger auf offene Türen. Aktuell hat Futurebuilt den Auftrag für drei Projekte in der Tasche: Unter anderem für einen Händler mit 190 Niederlassungen und für große Spitäler, in denen die Navigation mithilfe von Smartphones verbessert werden soll. 

Und weitere 15 Projekte sind bereits in Verhandlung. Neben Kunden im Handel und im Gesundheitsbereich gehe es dabei speziell auch um die Energiebranche. Hier hat Futurebuilt mobile Solarinseln entworfen, die nicht nur bei der Wien Energie, sondern auch bereits in Deutschland auf sehr große Resonanz gestoßen sind. Passanten können dabei ihre Handys mit Solarstrom aufladen. Auch dabei steht allerdings wieder die Auswertung der entstehenden Daten im Vordergrund. Zu den Zahlen will Ramseier keine Auskünfte geben, nur so viel: Läuft alles nach Plan, werde Futurebuilt nach Jahren des Überlebens nun lukrativ.(drw)